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„Das wird eine Riesenumstellung", sagte ein Mitglied der Evangelischen Osterkirchengemeinde beim Besuch in meiner bisherigen Landgemeinde Gutengermendorf.
Ja, das wird es und ich bin (Stand: Sommer 2009) freudig gespannt auf diesen Wechsel von einem brandenburgischen 200-Seelendorf in die Millionenstadt Berlin.
Mein Name ist Elke Unterdörfel und ich möchte mich Ihnen als neue Pfarrerin der Osterkirchengemeinde vorstellen.
Geboren und mit meinen beiden jüngeren Schwestern aufgewachsen bin ich in Niedersachsen, wo mein Vater unterstützt von meiner Mutter in einem Dorf zwischen Bremen, Bremerhaven und Hamburg als Tierarzt tätig war.
Als Kind lernte ich im Zimmer meiner Großmutter Bibelgeschichten kennen und lieben. Sie las sie mir geduldig vor und ich war zutiefst angerührt von diesen Erzählungen des alten und neuen Testaments. Meine Großmutter war als Tochter eines Missionars und seiner Frau in Indien geboren. An das Land hatte sie keine Erinnerungen mehr, weil sie es als Kind verließ. Sie erzählte oft von ihrer Kindheit und Jugend im Pfarrhaushalt im Elsass und später in der Nähe von Celle. Im Anschluss an die Konfirmation begeisterten mich die kirchliche Jugendarbeit und die Mitarbeit im Kindergottesdienst.
Im Alter von 18 Jahren nach dem Abitur verließ ich das Dorf, um in Berlin an der Kirchlichen Hochschule und an der FU Evangelische Theologie zu studieren.
Die Vikariatszeit verbrachte ich in Cuxhaven und im Predigerseminar Celle. Anschließend beantragte ich die Übernahme in die Berlin-Brandenburgische Kirche.
Kurze Zeit später folgte etwas, das ich mir nicht hätte träumen lassen: der Fall der Berliner Mauer ohne Blutvergießen. Bald darauf wurden Pfarrerinnen und Pfarrer für die Landpfarrstellen Brandenburgs gesucht. Da mir das Leben in einem Dorf vertraut war, ging ich 1992 in den Entsendungsdienst in den Pfarrsprengel Gutengermendorf, der damals vier Dorfgemeinden umfasste. Drei Jahre später wählte mich die Gemeinde in die Pfarrstelle und der Pfarrsprengel vergrößerte sich im Laufe der vergangen 17 ½ Jahre auf 8 Dorfgemeinden, da umliegende Pfarrstellen nicht wieder besetzt wurden.
Schwerpunkte der Arbeit waren neben der gottesdienstlichen Arbeit an den acht Predigtstellen der Erhalt und die Sanierung einiger der vorhandenen Kirchen, der Aufbau von Christenlehre für Kinder im Grundschulalter, Jugendarbeit und Arbeit mit älteren Menschen. Die seelsorgerliche Begleitung von Menschen in schwierigen Situationen war mir in dieser Zeit besonderer Schwerpunkt.
Nun ist die Zeit für einen Neubeginn gekommen. Ich bin mitten im Umzug von Gutengermendorf in die Ostergemeinde. Mein Mann hat sich entschlossen, im etwas grüneren Norden Berlins zu wohnen und unser Sohn Julian wird sowohl im Wedding als auch in Wittenau zu Hause sein.
Die Osterkirchengemeinde hat einen wunderbaren Namen. Er weist auf das wichtigste Geschehen zwischen Gott und Mensch hin. Gott ruft aus dem Tod ins Leben. Unsere Aufgabe als Gemeinde wird sein, die Todesstricke dieser Welt deutlich und öffentlich zu benennen und die Möglichkeiten von Leben in aller Fülle zu entdecken. Dann macht das Sinn, was mich als Kind bereits so sehr berührt hat: der ungerechte, furchtbare Tod Jesu am Kreuz und seine Auferweckung von den Toten.
Es wird so sein, wie er sagt: Ich lebe und ihr sollt auch leben.
(Sommer 2009)
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